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Juliet Cassuto Rothman
Wenn ein Kind gestorben ist
Trauerbegleiter für verwaiste Eltern
Wenn Eltern ein Kind verlieren, bricht eine Welt zusammen. Die Autorin – selbst Betroffene – beschreibt einfühlsam, wie man mit den eigenen Gefühlen und Reaktionen anderer umgehen kann. Ein praktischer und einfühlsamer Ratgeber.
Weniger ist mehr
Während die meisten Beziehungen Freundschaften von Angesicht zu Angesicht, von einem zum anderen sind, kennen wir alle die Gelegenheiten, zu denen wir uns mit anderen im großen Kreis versammeln. Weihnachtsfeiern, Hochzeiten, Cocktailpartys, besondere Ereignisse jeder Art bringen uns mit vielen Menschen gleichzeitig zusammen. Oft kennen wir einige Menschen gut, einige ein wenig andere gar nicht.
Ich stelle sehr bald nach dem Tode meines Kindes fest, dass ich nicht im großen Kreis von Menschen sein konnte. Das scheint für die meisten verwaisten Eltern zuzutreffen. Große Gruppen sind uns zu viel, und wir stellen fest, dass wir uns vollständig zurückziehen und einkapseln oder in Tränen ausbrechen und nicht imstande sind, auf andere einzugehen. Im großen Kreis wird eine „zwanglose“ Unterhaltung verlangt, zu einer Zeit, in der wir die Fähigkeit verloren haben, anderen Menschen Komplimente zu machen. Wir haben nichts Angenehmes oder Beiläufiges zu sagen. Wir brauchen jemanden, an den wir uns „anhängen „ können, und das ist unter vielen Menschen meistens nicht möglich.
Wir sind verwundbar, und in einem großen Kreis ist es schwer zu steuern, was gesagt wird – und wie es gesagt wird. Wir wissen nicht, was die Menschen uns fragen werden. Wir sind zerbrechlich, unsere Schmerzgefühle liegen dicht unter der Oberfläche.
Es ist besser, solche großen Zusammenkünfte eine Zeitlang zu meiden. Selbst wenn das Absagen mir manchmal unangenehm war, habe ich jedoch niemals eine Gastgeberin getroffen, die mein Zögern nicht verstanden hätte. Wichtig ist, dass Sie an erster Stelle an Ihre eigenen Bedürfnisse denken – die Gruppe wird eine Weile auch ohne Sie auskommen und darauf warten, wann und ob Sie sich ihr wieder anschließen möchten!
Obwohl schon Jahre vergangen sind, empfinde ich es noch immer als schwierig, unter viele Menschen zu sein, besonders auf Festen, die für jeden anderen entspannte und frohe Gelegenheiten sind. Ich kann in diesem Sinne noch immer nicht „fröhlich“ und glücklich sein. Eltern, die in ihrer Trauer weiter fortgeschritten sind, sagen mir jedoch, dass dies möglich sein wird, und ich glaube ihnen. Aber jetzt ist es noch nicht möglich, und daher wähle ich sehr sorgfältig die besonderen Ereignisse aus, an denen ich teilnehmen möchte.
Wir brauchen jedoch Kontakte zu anderen. Es schadet Ihnen, wenn sie sich isolieren und alle privaten Kontakte aufgeben. Sie selbst müssen den Zeitpunkt, den Ort, die Umstände bestimmen. Am Anfang ist meistens ein Kontakt zu einzelnen Menschen am besten

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Neueste Kommentare

02.05 | 19:12

<3 denk an dich

...
28.11 | 19:11

Du bist immer da... wir reden von Dir und auch mit Dir...
Warum?? Warum musstes du schon gehen??
Es ist immer noch nicht zu fassen 😞

...
16.10 | 13:46

tief berührt... Ich habe 2 Brüder und eine Schwester ... Sie sind noch real auf dieser Welt
Claudia

...
14.08 | 11:41

DU fehlst mir sooooooooooooooooo

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